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Shayariel Dornengesänge

Verlag: Edition PaperONE ISBN: 3-939398-51-9/ 978-3-939398-51-6 Preis: 7,95 EUR 102 Seiten

Angenehm an den Büchern, die Olli Baglieri in seinem kleinen Verlag so heraus bringt, sind die Perlen hier und da. Meist erschrecken Debüts und SchreiberInnen mit einem jahrelangem Hintergrund werden besser und besser. Deshalb rufen wir ja auch immer ins Meer der Schriftkundigen: Macht weiter, gebt nicht auf, lernt dazu!
Shayariels zweites Buch „Dornengesänge“ ist so eine Perle – in Lyrik. Natürlich gibt’s einige Aussetzer aber eben auch richtige Highlights. Bei ihrem Künstlernamen denkt natürlich jeder gleich an Wiesen- und Efeugedichte, nochn paar Gräber dazu und Elfen und Eulen – aber mitnichten, geliebte Leserschar. Hier geht’s ganz schön fest zur Sache, zum Beispiel in „Brand“ – da werden die Löcher geweitet, es wird geleckt und gelitten, Säfte fliegen durch die Gegend und der goldgelbe Sekt der Natur fließt in Strömen. Juchhu, es rauscht, weil rauschen vom Rausch kommt. Die diplomierte Fachfrau in den Bereichen Legasthenie-; Hypno- und Körpertherapie, weltgereist und mit Kindern beschenkt ist gesegnet mit wachen Augen und einem wachen Geist und Meinung – und die tut sie auch kund. Zu uniformer Gleichschrittmentalität in „Soldatenrausch“, kritisch in „The Monkey“ oder „Verdorrt“ aber immer wach – ihre Gedanken sind nachvollziehbar und sie schlampt nicht herum in ihrer Schreibe. Dies wird nämlich gern getan, da werden gerne Metaphern verhuschelt oder Wortgebilde unlogisch gesetzt. Hier nicht! Sharyariel bringts auf den Punkt, sauber und bedacht. Ein Genuss zu lesen und mit ihr auf die Reise in ihre Welt zu gehen. Und etwas dazulernen kann man auch – zum Beispiel, dass nicht alle Menschen mit komischen Künstlernamen weit von der Realität entfernt sind.
Manchmal sind sie ganz nah dran!

Fazit:
Bestellen, lesen, mitreisen – und einer erwachsenen Frau einfach einmal glauben. Sie weiß, wovon sie schreibt!

Eileen Sadlowski im Dark Spy Magazine,
Ausgabe 18 (4-2007):  Dark Spy Magazine